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Brunnen-Projekte 2009 Drucken E-Mail

Sprudeln, blubbern, gurgeln, glucksen, rauschen, plätschern, strömen, fließen, rinnen, tröpfeln – all das kann Wasser, wenn denn nur eines da ist, um uns mit seiner Leben spendenden Kraft zu versorgen.
Doch was wäre, wenn ...? Stellen Sie sich nur einmal vor, Ihre Wasserleitung versiegt für wenige Tage. Trinkwasser können Sie natürlich sofort im nächsten Supermarkt kaufen. Und damit ließen sich vielleicht noch die Zähne putzen. Aber kochen, waschen, duschen, baden? Das Geschirr spülen, die Wäsche waschen?
150 Liter Trinkwasser verbraucht jeder österreichische Haushalt jeden Tag. UN-Studien gehen von einem Bedarf von 50 Litern aus, um die Essenszubereitung und Hygiene zur Vermeidung von Krankheiten sicher zu stellen. Menschen in Afrika haben durchschnittlich gerade einmal 20 Liter zur Verfügung!
In unendlich vielen Ortschaften und Siedlungen sind es nur einzelne Brunnen, die für die Wasserversorgung mehrerer Familienverbände zur Verfügung stehen. Extremes Klima, lange Trockenperioden und mangelhafte technische Wartung sorgen dafür, dass diese Brunnen immer wieder defekt werden. So müssen die Menschen, meist die Frauen, zu Fuß zur nächsten, viele Kilometer entfernten Wasserstelle gehen.

„Ein kaputter Brunnen ist so, als hätte man die Lebensader für ganze Familien durchgeschnitten. Wenn nach einer Reparatur wieder Wasser fließt, ist das ein Freudenfest!“

In enger Zusammenarbeit mit Regierungsstellen wählen wir Siedlungen aus, in denen wir defekte Brunnen mit Hilfe Ihrer Spenden sanieren und so die Quelle alles Lebens wieder zum Fließen bringen. Dabei übernehmen wir auch eine Patenschaft für jeden Brunnen, damit er – einmal saniert – auch laufend gewartet wird. So sorgen wir für eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der betroffenen Familien.

 

  1. Projekt 1: Okaokoaquinja
  2. Projekt 2: Otjivahiona
  3. Projekt 3: Okatjongwa

 

Okaokoaquinja

Es ist schon verblüffend, wie zerbrechlich so eine Lebensader wirkt, an der das Leben eines ganzen Dorfes hängt. In Okaokoaquinja leben 12 Familienverbände aus dem Stamm der Hereros mit 1500 Tieren, die ihre Lebensgrundlage darstellen. 160 m unter dem verdorrten, sandigen Boden liegt das Wasser verborgen. Um dorthin zu gelangen, braucht es ein Bohrloch, Rohre, eine Pumpe und einen Dieselgenerator.
Durch Rost und Versandung waren die obersten 24 Meter der Rohrleistung zerstört und auch die Pumpe und der Generator hatten längst den Geist aufgegeben.

Brunnen

Um die lebensnotwendige Wasserversorgung wieder herzustellen mussten wir erst zwölf je 2 Meter lange Rohre im oberen Teil des 163 m tiefen Bohrloches erneuern. Dann wurden das Anbau- und Pumpenelement zur Wasserförderung erneuert und der Generator bekam ein komplettes Motor- und Getriebeservice, bei dem auch Kolben, Riemen und Filter getauscht wurden.

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Otjivahiona

Der Brunnen in diesem Dorf sollte zehn Familienverbände mit 1600 Tieren mit Wasser versorgen. In dieser Herero-Siedlung hat keine einzige Familie einen direkten Wasseranschluss oder wenigstens einen eigenen Wasserspeicher. So ist der Gang zum Brunnen die tägliche Aufgabe der Frauen und Kinder.
Seit der Brunnen defekt ist und kein Wasser mehr fördert, müssen die Menschen lange Fußmärsche auf sich nehmen. Das Brunnenrohr, das bis in 211 Meter Tiefe reicht, führt durch 25 Meter Sandboden und anschließend durch Fels. Diese Bodensituation ist das für verantwortlich, dass das Wasser der kurzen Regenperiode zur Gänze versickert und eben nur durch tiefe Brunnen zugänglich ist.

Brunnen

Bei der Sanierung dieses Brunnens ersetzten wir die verrostete Zuleitung zur Wasserstelle durch eine korrosionsfreie Kunststoffleitung. 15 je 2 Meter lange Rohre im oberen Teil des Bohrlochs wurden gewechselt, die Antriebswelle und das Pumpelement der Wasserförderung mussten erneuert werden. Auch der Dieselgenerator war nicht mehr zu reparieren und wurde von uns gegen ein funktionstüchtiges, gebrauchtes Gerät ausgetauscht.

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Okatjongwa

Die 15 Herero-Familienverbände leben hier unter besonders ärmlichen Verhältnissen in einer weitläufigen Streusiedlung. Die Hütten sind in einem Umkreis von 3 bis 4 km verstreut, es existieren nicht einmal Zufahrten zu den einzelnen Unterkünften. Da jede Infrastruktur fehlt, gibt es natürlich auch keine Wasserleitungen vom einzigen, zentralen Brunnen zu den einzelnen Hütten. Der Brunnen an der Wasserstelle ist mit einem Großtank versehen, von dem aus die Menschen sich mit Wasser versorgen und an dem auch die rund 2000 Tiere getränkt werden.

Brunnen

Dieser Brunnen, der das Wasser aus 83 Meter Tiefe an die Oberfläche befördern soll, wird mit einem Windrad betrieben. Da drei Blätter des Rades defekt waren, wurde das Windrad unwuchtig und das Windradgetriebe ging kaputt. Durch Witterungseinflüsse waren zusätzlich die Pumpstange für den Kolbenhub und zwei Rohre im oberen Brunnenloch rostig geworden. Nachdem wir alle erforderlichen Reparaturarbeiten durchgeführt haben, fördert dieser Brunnen nun endlich wieder ausreichend Wasser – wenn wir den Menschen auch den täglichen Weg zum Großtank nicht ersparen können.

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